Was macht der Therapeut?

Vor der eigentlichen Behandlung steht immer eine ausführliche Erfassung der Krankheitsgeschichte des Patienten. Erst danach beginnt die Therapie. Mit seinen Händen ertastet der Therapeut Schicht für Schicht das Gewebe. Bei dieser Art des „Hineinfühlens“ kann er mögliche Spannungen und Bewegungseinschränkungen der verschiedenen Organe und Gewebe feststellen und behandeln.
Eine osteopathische Behandlung dauert etwa eine Stunde. Danach muss der Körper Zeit haben, um auf die gesetzten Impulse zu reagieren. Das Ziel der Behandlung ist es, die Selbstregulierungskräfte des Patienten in den betroffenen Geweben zu aktivieren. Nach osteopathischer Auffassung ist ein dauerhaft erfolgreiches Ergebnis nur dann zu erwarten, wenn der Organismus aus sich selbst heraus – also über die Selbstheilungskräfte – die Ursache für die Störung behebt.
Heilen kann der osteopathisch arbeitende Therapeut nicht – genauso wenig wie ein Schulmediziner. Medizin wird weder verschrieben noch verabreicht – alles, was zum Einsatz kommt, sind die Hände des Therapeuten, mit ihnen setzt er Impulse, die dem Organismus helfen, sein verlorenes Gleichgewicht wieder herzustellen.
Delegationsverfahren
Nach der derzeitigen Rechtssprechung in Deutschland unterliegen Physiotherapeuten auch nach dem erfolgreichem Abschluss des berufsbegleitenden 5-jährigen Osteopathie-Studiums dem Recht der Heilberufe. Hier ist definiert, dass nur Ärzte und Heilpraktiker die Heilkunde unabhängig und eigenständig ausüben dürfen.
Ich arbeite also im Delegationsverfahren, das heisst, die Patienten brauchen zur Behandlung von Krankheiten eine Verordnung. Dies erfolgt durch Ausstellung eines Privatrezeptes durch den Arzt oder Heilpraktiker etwa mit der Verordnung „Manueller Therapie mit osteopathischen Techniken”.
Die osteopathische Behandlung
Die Behandlung nach der osteopathischen Methode bietet sich bei vielen Krankheiten und Funktionsstörungen an. Dabei unterscheidet die Osteopathie drei Bereiche:
Parietale Osteopathie
Hier wird der Bewegungsapparat auf Spannungsänderungen des Muskel–Skelett–Systems untersucht und behandelt. Mögliche Krankheitsbilder sind u.a. Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen, Bewegungs- einschränkungen, Haltungsstörungen, Verstauchungen und Verletzungen.
Viszerale Osteopathie
Hier wird die Beweglichkeit der verschiedenen Organe zueinander getestet und – falls nötig – verbessert. Mögliche Krankheitsbilder sind Verdauungsprobleme, Erkrankungen der Atemwege, Sodbrennen und Menstruationsbeschwerden.
Cranio-sacrale Osteopathie
Hier wird der Schädel im Zusammenhang mit dem Kreuzbein behandelt. Mögliche Krankheitsbilder sind u.a. Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus, Konzentrationsstörungen, Nervosität und Schlafstörungen.